Venkatesh Rao ($)

„This fifteen-year old battleground has served its time, and unlike a physical country, is not worth fighting over anymore. It has turned into a theme park of the history of culture wars 2007-15, best understood as a set of entertaining rides, like the new “Vox Populi, Vox Dei” Democracy Rollercoaster, and other coming attractions.“

Was Falk schreibt:

„Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat auf Basis eines Satire-Magazin-Berichts die maßgebliche IT-Sicherheitsbehörde der Bundesrepublik in Misskredit gebracht. Sie hat offenkundig nicht gewusst, dass sie Schönbohm nicht beliebig in den einstweiligen Ruhestand versetzen kann und vollführt seitdem wildeste Verrenkungen auf Kosten der Steuerzahler, um Schönbohm einen anderen Posten zuzuweisen, weil sie das muss. Bis heute gibt es keinen Vorwurf, der so stichhaltig begründet wurde, dass Faesers angeblich erschüttertes Vertrauen in Schönbohm nachvollziehbar wäre.“

COP27 ist ein deutliches Signal – dafür, dass man Klimapolitik nicht auf großen Konferenzen, sondern in ständigen, kleineren Gremien aushandeln sollte. Das sagt der emeritierte Klimawissenschaftler und Aktivist Bill McGuire. Ein Problem, dass er damit hat: Unternehmen aus dem Bereich fossiler Energien nutzen COP27 ebenfalls dafür, Verträge abzuschließen.

Zitat:

„The all-encompassing nature of the annual Cop climate conference provides one enormous open goal for fossil fuel representatives; an unprecedented opportunity to kettle ministers and heads of state from every corner of the planet, but particularly the majority world, to browbeat them into handing over their untouched fossil fuel reserves for exploitation. At Cop27, the sharks were circling around African nations, desperate to persuade them of the urgent need for a “dash for gas” and looking for a very large piece of the action.“

Natürlich ist auch der deutsche Gas-Deal mit dem Senegal Teil dieses „Wettrennens um das Gas“.

…und damit meine ich nicht, dass man ActivityPub-Anschluss auf die Roadmap nimmt. Sondern dass Tumblr mit Goncharov erstmals wieder ein Meme mit XXL-Nutzerbeteiligung und relevanter kultureller Reichweite produziert.

Was ist Goncharov? Ein Scorsese-Film von 1973, der nie existiert hat. Knowyourmeme:

Goncharov is a non-existent 1973 movie about a Russia-born Mafia boss named Goncharov directed by Martin Scorsese, which spawned a spontaneous collective writing project and an unreality fandom on Tumblr in November 2022. As a part of the fandom efforts, users collectively outlined the central themes, plot elements and homoerotic undertones of the film and created fan soundtrack, posters and other content for it. Goncharov has also since been referenced in numerous memes and other jokes.

Diese Mischung aus Fandom & Unreality ist auf keiner anderen Social-Media-Plattform möglich.

…ist derzeit die Gruppe de_IAmA bei Reddit. „Ask Me Anythings“ waren in der Vergangenheit meistens Phänomene aus der englischsprachigen Welt, aber beim deutschsprachigen Reddit stapeln sie sich inzwischen. Ob Tankstellen-Mitarbeiter, Callboy für (nicht genannte) Promis, Tochter eines Sektenmitglieds oder jemand, der/die vom Hochwasser 2021 betroffen war – irgendwie finden die verschiedensten Milieus ihren Platz.

Meine Reaktionen gehen von „Wie faszinierend!“ über „Habe ich mir nie drüber Gedanken gemacht, aber interessant, dass es so läuft“ bis hin zu „okay, dieser Person ist wirklich nur das Beste zu wünschen angesichts der Situation“.

Allerdings gibt es einen Haken: Nur die wenigsten AMAs sind verifiziert, Beiträge wie „Ich erfinde wöchentlich zwei bis drei AMAs hier, AMA“ verstärken das gesunde Misstrauen noch. Wer aber weiß, wie man mit dieser Unsicherheit umgeht und das alles unter kritischem Vorbehalt liest, dem/der eröffnet sich eine Fundgrube von Einblicken in den deutschen Alltag.

Joe Biden feiert heute seinen 80. Geburtstag. Ihm sei hiermit ein langes, erfüllendes Leben gewünscht!

Was ich ihm und seinem Land allerdings nicht wünsche: Eine weitere Amtszeit.
Denn es ist offensichtlich, dass das Weiße Haus nur mit einer strengen Choreographie den Schein aufrecht kann, dass Biden sein Amt kognitiv angemessen ausfüllen kann. Doch ob es die Karteikarten, das Verwechseln von Cherson und Falludscha sind oder der Händedruck mit einem Unsichtbaren – die Zeichen der kognitiven Beeinträchtigung sind nicht zu übersehen.

Dass die Demokraten keine angemessenen Alternativ-Kandidaten haben und auf der Führungsebene völlig überaltert sind, ist bitter. Aber auch dass progressive Medien wie die New York Times solche Fragen weitestgehend hinter einen Cordon sanitaire schieben, sie damit in der Verschwörungsschublade der Antidemokraten landen – auch das ist inakzeptabel.

David Brooks war für den Atlantic mit Bono in Dublin unterwegs. Die Überschrift klang vielversprechend: „The Too-Muchness of Bono“. Allerdings – ich hätte es bei David Brooks ahnen müssen – ist diese Too-Muchness keine verblümte Kritik an Bono, sondern die Charakterisierung als „Maximalist in allem, was er tut“. Was ja letztlich ein Lob ist.

Ich persönlich fand mich bei „Too-Muchness“ eigentlich total abgeholt. Würde sie doch das beschreiben, was wir im Deutschen mit dem schönen Wort „überkandidelt“ beschreiben.

Ein Name, der nach den Wahlen in Israel häufiger fällt. Und noch häufiger zu hören sein wird, sollte Smotrich Verteidigungsminister werden. Aus der New York Times:

 

„Mr. Smotrich, 42, is a former settler activist with a history of hard-line positions, including support for segregation in Israeli maternity wards; governing Israel according to the laws of the Torah, the first five books of the Hebrew Bible; and backing Jewish property developers who won’t sell to Arabs.

Mr. Smotrich has described himself as a homophobe, refuses to shake women’s hands for religious reasons and has said it was a “mistake” that Israel’s founders did not expel more Arabs when the country was founded.“

Religiös konnotierter Extremismus in hochrangigen politischen Positionen – nie ein gutes Zeichen für die Entwicklung eines Landes.