How Is a Disaster Made? by an author

Rather than asking if a disaster was man-made, therefore, we ought to ask, how was it made? The answer will have to include nature and human nature: water and wind, concrete and clay, politics and culture, conscious choices and unwilled accidents. Our sense of temporal scale, too, must change, because the timelines of human and environmental history are intertwined.

Umweltbundesamt: Streaming weniger klimaschädlich als gedacht by an author ([object Object])

Das „als gedacht“ ist irgendwie schräg: Die ganze Debatte zum „Klimakiller Streaming“ beruhte in Deutschland bekanntermaßen vor allem auf einer Untersuchung zur Youtube-Bildauflösung, die durch die relativ übliche Digitalskepsis zum allgemeinen Befund wurde. Aber die Realität ist nunmal komplizierter.

Eine Erkenntnis aus der Studie ist, dass Mobilfunk-Datenübertragung CO2-intensiver als Wlan ist. Der Zyniker in mir sagt: Das passt ja dann gut, dass hierzulande angesichts der Bandbreiten-Probleme nur die wenigsten Menschen mit großem Genuss längere Videos über das Mobilfunknetz streamen können.

“Between the High Middle Ages and the Enlightenment, the alchemic dream misled many otherwise authentic Western humanists. The illusion prevailed that the machine was a laboratory-made homunculus, and that it could do our labor instead of slaves. It is now time to correct this mistake and shake off the illusion that men are born to be slaveholders and that the only thing wrong in the past was that not all men could be equally so.”

Ivan Illich, zitiert via L.M. Sacasas. Das zentrale Argument: Menschen benötigen neue Werkzeuge. Was sie nicht benötigen, sind Werkzeuge, die für uns komplett die Arbeit übernehmen – wobei er auch Maschinen oder Institutionen als zivilisatorische Werkzeuge betrachtet.

Denn diese Vorstellung führt zu einer Verselbständigung des Konzepts, und einer Umkehr in der Wirkung: Wir verschwinden in den Logiken der Werkzeuge und setzen alles daran, sie zu erfüllen. Der Moment, in dem uns unsere Werkzeuge zu Erfüllungsgehilfen machen (statt umgekehrt), ist dabei für Illich der entscheidende: Ihn gilt es, zu erkennen und entsprechend entgegenzuwirken – nicht mit Zerstörung, sondern durch Beschränkung.

Das Konzept ist inzwischen fast 50 Jahre alt und dennoch im Kontext Technikfolgenabschätzung weiterhin aktuell.

Huawei’s Struggles in European Telecoms by an author

Huawei’s expulsion from all of Europe’s core networks seems to be a question of when, not if, and its European RAN business may be on the way out too. This will likely result in Europe playing catch-up in its 5G race with China and the US.

Ich bin mit solchen Prognosen vorsichtiger, aber ich muss anders als Jan Stryjak von Counterpoint Research auch keine steilen Thesen verkaufen. Immerhin hat sich für Open RAN (also eine modulare Architektur durch Trennung von Hardware und Software) eine Lücke aufgetan  – ganz entgegen dem Trend in Richtung proprietärer Komplettsysteme.

Job-Monitor: Nachfrage nach Digitalexperten bricht ein by an author

„Die Industrie hatte schon vor Corona das Innovationstempo gedrosselt und in der Krise noch einmal kräftig nachjustiert. Vor allem die Autoindustrie hat Innovationsprojekte wie die Entwicklung autonomer Autos oder Mobilitätsplattformen gestoppt, um sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Entsprechend ist der Rückgang der Stellenausschreibungen für Digitalprofis im Autoland Baden-Württemberg mit 43 Prozent deutlich stärker als in anderen Bundesländern ausgefallen. In Nordrhein-Westfalen sank die Nachfrage um 32 Prozent; in Bayern waren es 25 Prozent.“

Zu den Zahlen muss erwähnt werden, dass da ganz verschiedene Digitalberufe vermischt werden, zum Beispiel auch Social-Media-Manager, wo der Rückgang der Ausschreibungen besonders gravierend ist. Aber unter dem Strich verkörpert gerade die Autobranche auf vielen Ebenen das Deutschland des 21. Jahrhundert: Fahren auf Sicht, um die Substanz nicht zu gefährden, von der man in Wahrheit schon lebt.

Siehe auch:
„Das Umfeld hat sich gravierend verändert“

Covid-19 is spurring the digitisation of government by The EconomistThe Economist

Der Economist mit einem Rundblick auf die (meist fehlenden) Verwaltungsdigitalisierung und die Folgen während Covid-19. Ein Aspekt, wie bei vielen Corona-Themen: Die Krise hat nicht nur Fehlendes, sondern auch Schwachstellen offengelegt – zum Beispiel digitale Systeme, die für geringe Lasten konzipiert sind und bei größerer Nutzung zusammenbrechen.

The Trump Era Sucks and Needs to Be Over by Matt TaibbiMatt Taibbi ([object Object])
The race is tightening. Is America sure it's ready to give up its addiction to crazy?

The question, “What is Trump thinking?” is the wrong one. He’s not thinking, he’s selling. What’s he selling? Whatever pops into his head. The beauty of politics from his point of view, compared to every other damn thing he’s sold in his life — steaks, ties, pillows, college degrees, chandeliers, hotels, condominiums, wine, eyeglasses, deodorant, perfume (SUCCESS by Trump!), mattresses, etc. — is that there’s no product. The pitch is the product, and you can give different pitches to different people and they all buy.

Es gibt zu wenige Trump-Stücke, die sich zu lesen lohnen- weil oft der Blick auf den Wald von lauter Bäumen versperrt ist. Matt Taibbis Stück empfehle ich. Denn er kommt zurück auf den Kern: Es geht um das Verkaufen von Aufmerksamkeit. Und wir alle sind Abnehmer.

This Is How Biden Loses by George PackerGeorge Packer ([object Object])

Joe Biden ist ein schwacher Kandidat. Es ist zwar übertrieben zu behaupten, er hätte nicht viel mehr als „ist nicht Trump“ zu bieten. Aber es ist näher an der Realität, als es sich viele Demokraten eingestehen wollen.

Sein Vorsprung wird in Umfragen kleiner, allerdings sind solche Momentaufnahmen natürlich stets mit Vorsicht zu genießen. Zumindest aber wäre im Falle eines Trump-Sieges anders als 2016 ein Hauptgrund schnell gefunden: Mit den Protesten und Ausschreitungen kann Trump seinen Konkurrenten auf jenes Spielfeld drängen, das er am besten beherrscht: Recht und Ordnung und Angst.