Zwei unterschiedliche Betrachungsweisen von Gig-/Plattform-Arbeit und den Veränderungen durch Corona:

Pandemic strengthens China’s platforms as infrastructure providers

Die Böll-Stiftung (USA) mit einer Studie zur Plattform-Ökonomie in China. Durch Corona und die Absage von Wochenmärkten sind inzwischen immer mehr Bauern auf die Plattform, die ihre Waren im Livestream anpreisen (und dann auch über Plattformen verschicken). ICYMI: Livestream-Teleshopping ist ein großes Dinge in China. Plattformen sind hier längst ein symbiotisches Verhältnis mit dem Staat eingegangen, der so auch politische Ziele umzusetzen versucht (zum Beispiel Geringverdiener an die Wirtschaft ankoppeln). Bei genauerer Betrachtung stellt sich die These „Künstliche Intelligenz führt wegen der riesigen Planungsfähigkeiten zur Möglichkeit des Kommunismus“ nochmals als überdreht heraus: Es genügt schon, wenn Firmen die Staatsräson ausführen (auch wenn ich nicht weiß, ob man das dann „Kommunismus“ nennt).

The Gig Economy Is Failing. Say Hello to the Hustle Economy.

OneZero dagegen mit einem Blick auf die amerikanische Gig-Economy, die zur Hustle-Economy wird. Warum? Weil durch Corona zum Beispiel Masseurinnen, Köche oder Journalisten stärker Richtung Plattformen wie Patreon wandern. Als Nebenprojekte (Side-Hustle) nach dem Jobverlust oder während ihre Geschäfte geschlossen sind. Der Unterschied zwischen Hustle und Gig, den Autorin Caitlin Dewey beschreibt: Gig-Arbeiter sind austauschbar – irgendjemand fährt immer Uber. Hustle-Arbeiter dagegen haben ein spezifisches, individuelles Angebot. Beide sind aber von Plattform-Vermittlung abhängig. So steht die Frage im Raum: „Is the platform a tool used by the worker — or is the worker a tool used by tech executives?“