Diese Abrechnung mit Design Thinking wäre mir doch beinahe entgangen. Design Thinking war Mitte/Ende der Zehnerjahre der große Hype, eine Art Scrum für Arbeits- und Lebensprojekte aller Art. Ich habe mich damals mal versucht, stärker einzuarbeiten. Positiv fand ich die Strukturiertheit des Ansatzes. Weniger begeistert war ich davon, dass letztlich alle Probleme als lösbar betrachtet wurden, wenn man nur das richtige „Design“ der Lösung findet. Denn: Dieses Design, das gibt es häufig einfach nicht.

Nick Foster formuliert es in seiner Kritik so:

„At its core, Design Thinking is a solution oriented endeavor, focused on neat, tidy endpoints. The belief that all difficulties have benign solutions (often of a technocratic nature) forms the backbone of the Design Thinking dogma, a reflection of the Neo-Schumpeterian obsession with innovation which lies at its core. (…) Like ‘Agile’, or ‘Scrum’ or any other product development tool, Design Thinking offers some basic organizational logic to a process, but it implies a level of closure which isn’t present in reality. It’s a fallacy of rapidity, of repeatability, of clean outputs and finite solutions.“